Revolver Magnumrille

Im Laufe der Zeit kann es passieren, dass sich oberhalb zwischen Trommel und Lauf (Trommelspalt) Abnutzungserscheinungen auftreten. Meine erste Vermutung war eine Art Erosion durch heiße Gase. Dann natürlich die Frage, wie lange man damit noch schießen kann. Um dem entgegen zu wirken wechselte ich von 2-basigen auf 1-basige Pulver. In der Hoffnung, dass die niedrigere Temperatur eben keinen merklichen Verschleiß mehr verursacht.

Beim Smith & Wesson 29 Classic bemerkte ich, dass bei der Schussabgabe etwas seitlich weggeflogen ist. Bei der Reinigung erkannte ich auch was es war. Ein Stück Geschossmantel eines verkupferten Geschosses klebte an der Magnumrille. Wie konnte das passieren?

Ich hatte schon früher Gespräche mit Revolverschützen, die mir mitteilten, dass sie von verkupferten Geschossen weggegangen sind. Wegen der sich lösenden Verkupferung.

Wenn das also ein Grund für die Magnumrille sein kann, gewinnt man mehrere Erkenntnisse. Zum einen dürfte man somit Revolver erkennen können, die eben einen “normalen” Trommelspalt aufweisen und deren Besitzer Wiederlader sind/waren, wenn eine Magnumrille zu erkennen ist. Zum anderen möchte man sich selbst und andere Schützen nicht durch wegfliegende Splitter gefährden.

Vorsichtsmaßnahmen wären daher:

  • Verkupferte Geschosse ohne Crimprille nicht durch einen starken Crimp beschädigen (max. einen Factorycrimp, dabei den Hülsenmund nur begradigen, anstatt einzuziehen. Oder ein leichter Tapercrimp)
  • Wenn es , trotz vorsichtigem Crimp, zu Mantelablösungen kommt, Ladung oder Geschosstyp wechseln.
  • Alternative Geschosse nutzen wie z.B. Vollmatel, Teilmantel oder anderweitig beschichteten Geschossen, die für Magnumladungen geeignet sind. Für .357 Magnum gibt es Vollmantelgeschosse von Alsa Pro zu einem wirklich guten Kurs. Bei .44 Rem Mag gibt es Anbieter (z.B. bei Egun) die für ca. 90,- € 500 Teilmantelgeschosse anbieten.